Für Praxisleitungen

Teambesprechung Gewaltschutz in 20 Minuten

Ein fertiger Ablauf für die nächste Teambesprechung. Danach weiß jede Person im Team, welches Hilfesignal gilt, was bei Bedrohung zu tun ist und mit welchen Sätzen schwierige Momente am Tresen leichter werden. Mit dem Nachweis zum Unterschreiben halten Sie fest, dass das Thema besprochen wurde.

Vorbereitung

  1. Schritt 1 · 2 Minuten

    Einstieg

    • Sagen Sie, warum Sie heute darüber sprechen: Konflikte am Tresen und am Telefon gehören für viele Teams zum Alltag, und niemand soll in einer solchen Situation allein sein.
    • Fragen Sie in die Runde: Was war zuletzt eine schwierige Situation? Ohne Namen von Patientinnen und Patienten.
  2. Schritt 2 · 4 Minuten

    Unser Hilfesignal

    • Legen Sie ein Codewort, ein Signal oder einen Signalknopf fest, oder bestätigen Sie das bestehende.
    • Klären Sie, was dann passiert: Wer kommt dazu? Wann zieht sich das Team zurück?
    • Tragen Sie das Signal in die Notfallkarte ein.

    Notfallkarte

  3. Schritt 3 · 3 Minuten

    Eigensicherung, Polizei, Hausrecht

    • Sagen Sie ausdrücklich: Bei Bedrohung oder Gewalt dürfen alle die Räume sofort verlassen.
    • Bei Gefahr ruft die Person die 110, die es zuerst bemerkt. Niemand muss erst die Leitung fragen.
    • Klären Sie, wer das Hausrecht ausübt, wenn die Praxisleitung nicht da ist. Die übrigen Fragen dazu stehen in der Absprache zur Rückendeckung.

    Rückendeckung: Absprache zwischen Leitung und Team

  4. Schritt 4 · 5 Minuten

    Schwierige Momente am Tresen

    • Wählen Sie zwei Situationen, die bei Ihnen häufig vorkommen, zum Beispiel „heute kein Termin" oder „Streit am Telefon".
    • Spielen Sie die beiden Situationen kurz zu dritt mit den Übungskarten durch. Sätze, die man einmal laut gesagt hat, sind im Ernstfall eher da.
    • Einigen Sie sich auf die Sätze, die alle verwenden.

    Übungskarten für den Tresen

  5. Schritt 5 · 4 Minuten

    Nach einem Vorfall

    • Gehen Sie die Schritte durch: niemanden allein lassen, Verletzungen versorgen lassen, Erste Hilfe ins Verbandbuch, Vorfall mit dem Dokumentationsbogen festhalten, Leitung informieren.
    • Klären Sie, wer bei mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit die Unfallanzeige an BGW oder Unfallkasse macht.
    • Vereinbaren Sie, dass nach jedem schweren Vorfall eine kurze Nachbesprechung stattfindet.

    Dokumentationsbogen

  6. Schritt 6 · 2 Minuten

    Abschluss

    • Verteilen Sie die offenen Punkte aus dem Gewaltschutz-Check: Wer kümmert sich bis wann?
    • Alle Teilnehmenden unterschreiben den Nachweis.

    Nachweis zum Ausdrucken

Hintergrund

  • Arbeitgeber müssen Beschäftigte über Sicherheit und Gesundheitsschutz unterweisen, zugeschnitten auf ihren Arbeitsplatz, bei der Einstellung und bei Veränderungen, und die Unterweisung bei Bedarf wiederholen (§ 12 ArbSchG).
  • Nach der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 muss die Unterweisung mindestens einmal jährlich stattfinden und dokumentiert werden (§ 4 Abs. 1).
  • In einer Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gab nur ein Drittel der Praxen an, Vorkehrungen gegen Gewalt getroffen zu haben. Genannt wurden unter anderem Notfallknopf oder Codewort und Schulungen des Teams.
  • Die Besprechung deckt das Thema Gewalt ab. Andere Themen der Unterweisung, etwa Hygiene oder Brandschutz, bleiben davon unberührt.

Erste Fassung

Haben Sie die Besprechung ausprobiert?

Schreiben Sie uns, was in Ihrem Team gut funktioniert hat und was gefehlt hat. Wir verbessern den Ablauf mit Ihren Rückmeldungen.

Quellen